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Magazin für Buchflaneure

Biographie

„Heitere Entdeckungen dann, in Gottes Namen“

Tilmann Lahme | Thomas Mann. Ein Leben

In seiner fulminanten Thomas-Mann-Biografie präsentiert Tilmann Lahme den großen deutschen Schriftsteller in einem gänzlich neuen Licht. Die Homosexualität des Schriftstellers wird in diesem Buch nicht länger als Nebensächlichkeit abgetan, sondern als Schlüssel zum Verständnis von Thomas Manns Werk begriffen. Mit dieser Fokussierung gelingt Tilmann Lahme etwas Erstaunliches: Ein bislang unbekannter Thomas Mann kommt zum Vorschein und so deutlich wie nie zuvor zeigt sich, wie das Ringen mit einem zur Heimlichkeit verdammten Leben das Schreiben des Nobelpreisträgers prägte.

Sachbuch

Philosophie des Spurenlesens

Baptiste Morizot | Arten des Lebendigseins. Annäherung an das verwobene Leben

Die ökologische Krise muss zu allererst als Beziehungskrise gelesen werden, meint Baptiste Morizot in seinem Buch Arten des Lebendigseins. Annäherung an das verwobene Leben. Weil wir gewohnt sind, Natur und Kultur auseinanderzudividieren, sei dem Menschen die Fähigkeit abhandengekommen, seine Umwelt mit allen Sinnen wahrzunehmen und ihr das richtige Maß an Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Wir müssen zu Spurenlesern werden, fordert Morizot und zugleich ist ihm das Kunststück gelungen, ein Buch über die ökologische Krise zu schreiben, das voller Poesie steckt und aufmunternd sowie hoffnungsfroh für mehr „kosmopolitische Höflichkeit“ eintritt.

Sachbuch

Singularität als Verdachtsfall

Ralf Konersmann | Außenseiter. Ein Essay

In seinem Essay Außenseiter denkt Ralf Konersmann über Abweichler und Störenfriede, Andersdenkende und Anderslebende nach und entlarvt die Gesellschaft der Gleichgesinnten als Mythos – die Moderne braucht den klaren Blick aus dem Abseits. Mit seinem philosophischen Essay lädt Konersmann zu einer Tour quer durch die Geschichte des abweichenden Denkens ein – von der Antike bis zu den sogenannten Querdenkern – und formuliert ein eindringliches Plädoyer fürs Selbstdenken.

Sachbuch

Demokratie auf verlorenem Posten

Markus Metz, Georg Seeßlen | Blödmaschinen II. Die Fabrikation der politischen Paranoia

Markus Metz und Georg Seeßlen knüpfen an ihre vor einem guten Jahrzehnt vorgenommene Gesellschaftsanalyse an und inspizieren den gegenwärtigen Zustand der Blödmaschinen. Die Logik des Zusammenspiels von Blöd-sein-Sollen und Blöd-sein-Wollen sei weiterhin am Werk, so das Autorenduo, und verhelfe antidemokratischen Kräften zum Aufstieg. Blödmaschinen II geht nun dem Rätsel nach, weshalb liberale Gesellschaften rechtspopulistischen Narrativen so wenig entgegenzusetzen haben und findet eine Antwort in der „Fabrikation der politischen Paranoia“.

Biographie

Lektionen in Realpolitik

Volker Reinhardt | Machiavelli oder Die Kunst der Macht. Eine Biographie

Wer „Machiavellismus“ sagt, meint „Der Zweck heiligt alle Mittel“. Immer noch gilt Machiavelli vielen als Lehrmeister der Unmoral. In Machiavelli oder Die Kunst der Macht widerlegt Volker Reinhardt das populäre Bild von Machiavelli und seinen Lehren: Der Historiker stellt kenntnis- und detailreich dessen Lebensstationen dar, sucht nach prägenden Erfahrungen und veranschaulicht Machiavellis Antrieb und Geisteshaltung durch vielfältige Passagen aus dessen Werk. Gerade die differenzierte Deutung dieser umstrittenen historischen Figur gibt einen guten Eindruck davon, was auch 500 Jahre nach Machiavellis Tod dessen Lehren uns heute noch zu sagen haben.

Sachbuch

Alles Klasse

Hanno Sauer | Klasse. Die Entstehung von Oben und Unten

In seinem Buch Klasse seziert Hanno Sauer die Klassengesellschaft und spürt den feinen Unterschieden zwischen Oben und Unten nach. Weder Geld noch Bildung machen den Unterschied, vielmehr sind Lebensstil und Geschmack, Werte und Beziehungen die entscheidenden Währungen im Statuswettbewerb, meint Sauer und verweist die klassenlose Gesellschaft ins Reich der Utopie. Die Existenz von Statusunterschieden sei zwar zu bedauern, aber es bleibe nichts anderes übrig, als sich mit ihnen abzufinden.

Sachbuch

Arbeit neu denken

Michael Hirsch | Die Überwindung der Arbeitsgesellschaft. Eine politische Philosophie der Arbeit

Michael Hirsch wirft einen philosophischen Blick auf die Arbeitswelt und plädiert für die Überwindung der Arbeitsgesellschaft. Die Befreiung der Arbeit durch den technischen Fortschritt kann eine Chance bedeuten: Denn in der Frage der Arbeit sieht der Autor die Frage der Demokratie und die Frage der Freiheit zusammentreffen.