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Ich habe mir das Paradies immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.

Jorge Luis Borges

Immer seltener wird heute zum Buch gegriffen, stattdessen locken YouTube, TikTok oder Spotify. Romane und Erzählungen, Essays und Sachbücher sowie alle anderen längeren Texte haben es zunehmend schwer - tl;dr! Zwar muss man nicht sogleich kulturpessimistisch zum Schluss kommen, dass wir die Tür zum Paradies hinter uns zuschlagen. Aber doch hat es den Anschein, als ob ein Wandel in Gang gekommen ist, der Hand in Hand geht mit der Verschiebung des Status von Texten. In der Internetkommunikation entsteht mit Emojis und Akronymen eine gänzlich neue Sprache, die vor allem auf Beschleunigung zielt. Die Bedeutung von Videos und Bildern hat sich grundlegend gewandelt: nicht länger sind (Bewegt-)Bilder Ergänzung zu Text, sondern stellen selbst den maßgeblichen Kommunikationsinhalt dar. Insgesamt lässt sich kaum übersehen, dass in der neuen Medienlandschaft Bildern und dem gesprochenen Wort ein Stellenwert zukommt, der in Konkurrenz mit demjenigen von Texten tritt.

textquartier ist von der Überzeugung getragen, dass Text kein Auslaufmodell darstellt und Bücherliebhaber sowie Lesebegeisterte keine aussterbende Spezies sind. Auf textquartier finden solche Texte ein virtuelles Zuhause, die heute gerne außer Acht gelassen werden - also vor allem literarische und wissenschaftliche Bücher, deren Lektüre Zeit und gedankliche Anstrengung kostet. Dabei geht es nicht darum, das Lesen abzunehmen, sondern Flaneuren durch die Buchwelt Inspiration zu geben und zu neuen Entdeckungen zu verhelfen. In Zeiten, in denen der Griff zum Buch aus der Mode gekommen ist, der Buchmarkt schrumpft und Lesekompetenzen abnehmen, möchte textquartier der Krise des Lesens trotzen und auserlesenes Aufgelesenes an einem Ort versammeln, um sich damit an alle Bibliophilen zu wenden, die nicht nur Bücher, sondern auch das Lesen lieben.